Matthäus Zehender, Urteil des Salomo

Im Jahr 2003 konnte dieses Gemälde des in Mergentheim geborenen Malers Matthäus Zehender (1641-1697) von der Stadt Bad Mergentheim angekauft und dem Museum übergeben werden.

Matthäus Zehender, Urteil des Salomo (Foto: Foto Besserer, Lauda-Königshofen)
Matthäus Zehender, Urteil des Salomo (Foto: Foto Besserer, Lauda-Königshofen)

Matthäus Zehender (1641-1697)
Urteil des Salomo
Öl auf Leinwand
Leihgabe der Stadt Bad Mergentheim

Das Ölgemälde mit dem "Urteil des Salomo" ist eine qualitätvolle Vorarbeit zu einer der fünf Gerichtsszenen, die der in Mergentheim geborene Maler Matthäus Zehender (1641-1697) für das Alte Rathaus zu Bregenz im Jahr 1675 gemalt hat. 

Der in Mergentheim geborene Zehender verließ die Stadt bald, erhielt in Rom eine Ausbildung als Maler und arbeitete anschließend vorwiegend im südwestdeutschen Raum und in der Schweiz. Er starb wohl 1697 in Innsbruck. Das aus der Dominikanerkirche in die Mergentheimer Schloßkirche verbrachte Hochaltarblatt von 1684, das die „Salbung zu Bethanien“ zeigt, ist ebenfalls von der Hand des Mergentheimer Künstlers.

Zur dargestellten Szene: Der junge König Salomo hat ein schwieriges Urteil zu fällen. Zwei Mütter leben im gleichen Haus und beide haben ein Kind geboren. In der Nacht stirbt ein Kind und die Mütter streiten um das noch lebende Kind. König Salomos Urteilsspruch lautet, das Kind zu zerteilen und jeder die Hälfte zu geben. Zehender zeigt recht drastisch, wie gerade einer der Soldaten mit dem Schwert ausholt, um das Kind zu teilen. Da gebietet eine der Mütter Einhalt: lieber verzichtet sie auf das Kind, als daß es stirbt. Damit ist die wahre Mutter gefunden. Das Bildthema sollte Bürgermeister und Rat in Bregenz als Mahnung gelten, immer das richtige Urteil zu treffen.