Vor 4.500 Jahren im Taubertal

Höhepunkt der Ausstellung ist eine anrührende Vierfachbestattung, das Hockergrab von Althausen, ein sensationeller Fund aus dem Jahr 1939.

Althäuser Hockergrab (Foto: Holger Schmitt)
Althäuser Hockergrab (Foto: Holger Schmitt)

Im Mai 2015 wurde in zwei mittelalterlichen Gewölbekellern des Schlosses die neue Museumsabteilung „Vor 4.500 Jahren. Im Taubertal zuhause“ eröffnet. Sie stellt die Lebensbedingungen der Menschen in der späten Jungsteinzeit in der Region dar. Das Taubertal weist zum einen die höchste Funddichte aus der Zeit der Schnurkeramik im gesamten süddeutschen Raum auf, gleichzeitig gibt es für den Übergang zur Bronzezeit im Taubertal bisher nur einen einzigen Metallfund; beides wird in der neuen Abteilung präsentiert.

Ausstellungshöhepunkt ist das im Jahr 1939 in Althausen bei Bad Mergentheim entdeckte Hockergrab (um 2.500 v. Chr.) mit vier menschlichen Skeletten, das in der neuen Abteilung seinen endgültigen Ruheplatz gefunden hat.

Eine weitere Besonderheit des Taubertals wird durch die Präsentation eines (nachgebildeten) trepanierten Schädels abgebildet – das Deutschordensmuseum ist das einzige Museum, das diese Operationstechnik darstellt. Bis 2014 wurden im Taubertal acht verheilte Trepanationen (Kopföffnungen) entdeckt, dies spricht für die große Kunstfertigkeit der hiesigen Steinzeitchirurgen, man kann von einer Art „Chirurgenschule“ im Taubertal sprechen.