Jüdisches Leben in Mergentheim - Hermann Fechenbach

Jüdische Einwohner sind in Mergentheim seit 1293 bezeugt. 1895 erreichte die blühende israelitische Gemeinde mit 280 Personen ihren höchsten Stand. Die nationalsozialistische Gewaltherrschaft führte auch hier zu Flucht und Deportation. Mindestens 61 jüdische Mergentheimer kamen von 1939 bis 1945 ums Leben. Das Museum widmet dem jüdischen Leben in der Stadt eine eigene Ausstellungssequenz.
Hermann Fechenbach im Jahr 1965

Hermann Fechenbach im Jahr 1965

Hermann Fechenbach (Mergentheim 1897 - 1986 London), Vetter Felix Fechenbachs, erlitt als Teilnehmer des Ersten Weltkriegs eine schwere Verwundung, in deren Folge er ein Bein verlor. Er studierte 1919 bis 1926 an den Kunstakademien in Stuttgart, München, Florenz und Wien und fand besonders im Holzschnitt sein künstlerisches Medium, das ihm inter­nationale Anerkennung einbrachte. 1939 emigrierte er aus Nazi-Deutsch­land nach England. Das Deutschordensmuseum bewahrt den Nachlass von Hermann Fechenbach.

Zu Hermann Fechenbach hier ein Link zu einer Seite, die sein Stiefsohn Geoffrey Burne betreibt:
http://www.hermannfechenbach.com

Felix Fechenbach (Mergentheim 1894 - 1933 Scherfede), 1918-19 Sekretär des bayerischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner in München, kam aufgrund eines Willkürurteils 1922 bis 1924 ins Zuchthaus. 1925-29 war er für verschiedene Verlage und Zeitungen tätig und leitete seit 1929 die Detmolder SPD-Zeitung. Er wurde 1933 beim Transport in ein KZ ermordet.